Kehr Um! |
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SOZIOKRATIE Demokratie
wie sie sein könnte; veröffentlicht in Mai 1945 (Kees Boeke war der Gründer der Werkplaats GemeinschaftsSchule in Holland, wo drei von Königin Juliana's Kinder ihre frühe Ausbildung bekamen. Am Ende des letzten Krieges war er verhaftet von den Deutschen weil er Juden verbarg, und in seiner Tasche wurde eine Deklaration gefunden, getitelt "Keine Diktatur", was ihn fast seinen Leben kostete. Es war ein Entwurf für eine neue demokratische Gesellschaft, sich basierend auf den Erfahrungen seiner Schule und auf den Treffen der Quaker. Dieser Artikel ist eine verkürzte Version von einer späteren Brochüre.) Soziokratie(oder Gemeinschaftsdemokratie) WAS HABEN WIR GELERNT...? KEINE DIKTATUR!
*Kees Boeke schrieb dies gegen Ende de zweiten Weltkrieges
AUCH KEIN PARLAMENTARISMUS*
DIE DRITTE LÖSUNG: SOZIOKRATIE
DIE NÖTIGE ERZIEHUNG DAZU 10. Als erstes ist es meines Erachtens nötig, eine bewußte Erziehung in die Richtung zu erzielen. In der Schule von heute lernen die Kinder Gehorsam*. Die große Gefahr hiervon hat sich vor noch nicht all zu langer Zeit gezeigt; gerade darum war die Masse so einfach zu manipulieren durch die umsichgreifende Macht des Diktators. Nun ist es nicht etwa so, daß Erziehung und Schulung auf Ungehorsamkeit und Rebellion orientiert sein sollten. Doch dürfte es einige wichtige Aufgabe sein, um Initiativität, soziale Denkweise (nicht nur ich sondern wir alle), Verantwortlichkeit tragen für die Gruppe, usw. angelernt werden. Diese Komponente, die doch so wichtig sind für die Entstehung einer angemessenen Ordnung der Gemeinschaft, sind bisher und werden immer noch vernachlässigt bei der Erziehung unserer Kinder und Jugend. Darum sollten wir uns nicht wundern, daß die Menschheit die so wichtige Kunst-des-Zusammenlebens und Zusammenarbeit immer noch nicht nachleben, beziehungsweise gelernt haben. Auf Grund meiner Erfahrung habe ich die feste Überzeugung, daß eine Kindergemeinschaft, wie jene die seit 1926 in Bilthoven entwickelt worden ist, und die ich beschrieben habe in meinem Buch Kindergemeinschaft(Utrecht 1934), alle Möglichkeiten für das lernen-zusammen-zuleben und zusammen-zuarbeiten, bietet. Wenn nämlich Erziehung und Bildung anstatt in Schulen in derartigen Kindergemeinschaften stattfinden würden, dann wird sich herausstellen, daß die Gemeinschaft nach und nach fähig sein wird, sich dem soziokratischem Weg zu ordnen. *Ungekehrt: die totale Zügellosigkeit von heutzutage ist genauso fatal. ÜBERGANG VON PARLAMENTARISCHER DEMOKRATIE NACH SOZIOKRATIE 11. Eine wichtige Frage nun ist, wie man das parlamentarische System, wie wir es kennen, überbrücken kann und mehr und mehr in die soziokratische Richtung zu leiten, wenn sowohl die Regierung als auch das Volk genügend Vertrauen bekommen hat in eine derartige Ausführung. 12. Es sollte deutlich sein, daß hier keineswegs die Rede ist von einer revolutionären Bewegung. Schließlich geht es darum, alles was nach Macht und Zwang riecht, auszuschließen. Hier wird nicht die Macht durch Mehrheit gemeint, da auch dieses Prinzip im soziokratischen Staat verworfen wird. Was mir möglich erscheint, ist, daß die Regierung einmal zustimmen, ja, vielleicht sogar fördern wird, daß ganz von unten an ein Beginn gemacht werden kann mit dem soziokratischem System. Und zwar auf zweierlei Weise: sowohl geographisch (also in Beziehung auf die anwesenden Nachbarschaften) als funktionell (auf Grund der verschiedenen Betriebe und Berufe). Es wird lediglich auf Grund von Erfahrung, Übung und Erziehung möglich sein, die Kunst von gemeinsam-überlegen und gemeinsame-Absprachen-machen, zu erlernen. Ich selbst habe ein Bild von einer zukünftigen soziokratischen Ordnung in der ganzen Gemeinschaft: Ich kann mir vorstellen, daß z.B. 40 Nachbarschaften von jeweils ca. 150 Einwohnern, in Bezirke von ca. 6000 Einwohnern vereinigd werden; diese wiederum gehören zu Distrikten von ungefähr 240.000 Seelen, von denen 40 Abgeordnete aus allen Distrikten zu einem ordnenden Kollegium (fürs ganze Land) gesandt werden. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß dies System als Lösung und Musterbeispiel gilt für andere Kontinente, ja, selbst für die ganze Menschheit. Denn ich bin noch immer fest davon überzeugt, daß das Problem der Gemeinschaftsordnung nur dan zu lösen ist, wenn die ganze Menschheit als eine Einheit gesehen wird. 13. Ich bin mir zutiefst davon bewusst, daß Anwendung und Handhabung des soziokratischen Grundsatzes in größerem Maße nur dann möglich sein wird, wenn genügend Einsicht und Vertrauen Epoche machen. Es ist ein erster Versuch hierin, daß ich mich entschlossen habe, obrige Gedanken an meine Mitmenschen vorzulegen. UMSCHREIBUNG DES SOZIOKRATISCHEN SYSTEMS14. Wir sollten uns allererst Klarheit über das eigentliche Problem verschaffen: es geht darum, daß eine Gruppe Leute sichselbst dazu zwingt, um eine Ordnung ins Leben zu rufen, in der sich alle Mitglieder fügen können. Es gibt nicht länger die Einzelperson, die diktatorische Befehle gibt, denen man ohne weiteres folgen soll. Auch gibt es keine Regierung mehr, die durch eine Stimmenmehrheit gewählt worden ist. Die Gruppe muß erst selber zu einem Beschluß, einer Absprache gekommen sein, mit der vorgefaßten Meinung, daß sich auch jeder Einzelne an diese Absprachen halten wird. Ich habe dies: Selbstdiszipline der Gruppe. Man kann es vergleichen mit der Selbstdisziplin des Einzelmenschen, der gelernt hat, Forderungen an sichselbst zu stellen und diesen zu gehorchen. 15. Es gibt einige Grundregeln, die durch jede Gruppe hingenommen werden müssen, sei es klein oder groß, die auf diese Weise arbeiten wollen:
1. Es muß versucht werden die Interessen eines jeden Individuen oder jeder Gruppe in gleicher Weise zu wahren. 2. Geht der Belang des Einzelnen gegen die Belange des Ganzen, dann gehen letztere vor.
Einige Erläuterung in Bezug auf hieroben sind wahrscheinlich angebracht. Der erste Punkt ist im eigentliche Sinne der wichtigste: Sub. 1 16. Die wesentliche Sorge des Menschen für seine Mitmenschen, das natürliche Interesse deren wirklicher Belange, ist nichts anderes als die Liebe Deines Nächsten, sowie es im Evangelium geschrieben steht. Es wurde bereits erwähnt: Dort, wo die Sorge um den Anderen, die aufrichtige Anteilnahme im Bezug auf die Belange Anderer, die Liebe besteht, wird eine Gesinnung entstehen, in der wirkliche Harmonie möglich ist. Ohne eine solche Grundlage wird eine soziokratische Orndnung nicht möglich sein. Wo eine derartige Gesinnung entsteht, zeigt sich, daß Menschenkinder aus allen Windrichtungen mit den verschiedensten Auffassungen, Überzeugungen, Charakter, Hintergrund und Alter, im Stande sind, zusammen zu arbeiten und gemeinsam Lösungen zu finden für die Probleme ihrer Gemeinschaft. Es hat sich gezeigt, daß selbst in sehr schwierigen Situationen, in denen anfangs eine Lösung unmöglich schien, diese schließlich doch gefunden wurde. Aus Erfahrung wissen wir, daß manchmal Fehler gemacht werden, doch bei einer normalen Entwicklung in der Gemeinschaft und nach einiger Übung in der Kunst der Zusammenarbeit, sollte die Arbeitsweise mehr und mehr vollkommen angewendet werden. Sub. 2 17. Wenn die ersten Vorraussetzungen eingehalten werden, braucht man die Zurücksetzung der Belange des Einzelnen beim Belang der Allgemeinheit nicht mehr aufzuerlegen, doch sollte es ganz selbstverständlich durch die Individuen akzeptiert werden, ja, selbst erwünscht. Sub. 3 18. Der dritte Punkt kann zu ernsten Folgen führen. Als erstes, daß eine Gruppe, die in einem bestimmten Fall keine Übereinstimmung im Bezug der Ausführung eines Planes, erreicht, verurteilt ist zu Inaktivität, also scheitert am Nichtstun. Im Grunde ist das nichts Neues, denn auch in der parlamentarische Demokratie kann oft nicht gehandelt werden, weil die Stimmen streiken, oder weil die Mehrheit so schwach ist, daß sie nichts ausrichten können . Bei der soziokratischen Arbeitsweise wird ein derartiger Zustand jedoch jeden einzelnen der Mitglieder der Gruppe anspornen zur Suche nach einem Ausweg, möglicherweise in der Form ganz anderer Mittel und Wege. Auf jeden Fall so, daß sich alle darin finden können. Während bei der parlamentarischen Demokratie bei so einer Angelegenheit die Unterschiede erst recht ziemlich scharf betont werden und die Kluft heftiger denn je wird, sollte gerade dann bei der soziokratischen Ordnung ein gemeinschaftliches Suchen entstehen, wodurch der Gemeinschaftssinn eher verstärkt wird. Wohl zu verstehen, wenn man weiß, daß man tatsächlich Übereinstimmung erreichen muß. 19. Etwas muß hier jedoch hinzugefügt werden: Wenn man keine Übereinstimmung im Bezug auf eine gemeinsame Aktion erreichen kann, wird dies meistens bedeuten, daß die bestehende Situation vorläufig beständig bleibt. Daraus könnte man schließen, daß auf diese Art und Weise Konservatismus und Reaktion leicht in die Hand gespielt wird und daß wirklicher Fortschritt unmöglich scheint. Meine Erfahrung hingegen hat mir gezeigt, daß das Gegenteil wahr ist. Das gegenseitige Vertrauen, von dem das soziokratische System stillschweigend ausgeht, führt unvermeidlich zu Fortschritten. Diese werden ansehnlich größer sein, wenn alle im Einklang stehen, anstatt wenn ein Teil der Gemeinschaft mehr erreichen will, doch durch die Opposition Steine in den Weg gelegt bekommt. In so einem Fall wird nämlich ein großer Teil der Energie beider Parteien verbraucht für die Neutralisierung gegenseitiger Aktivitäten. 20. Weiter: Wenn es darum geht daß die Gruppe in einem Kollektiv vertreten wird, bestehend aus den Abgeordneten einiger übereinstimmender Gruppen, kann nur ein Vertreter gesandt werden, wenn er das vollständige Vertrauen von allen hat. Scheint dies unmöglich, dann wird die Gruppe in dem höheren Kollektiv nicht vertreten, und werden die Interessen dieser Gruppe vorläufig durch die Vertreter anderer Gruppen gewahrt werden müssen. Diese Beherzigung sollte, laut den ersten Grundregeln, vollkommen wohlwollend sein. Doch ist es für so eine Gruppe natürlich wünschenswert, einen eigenen Vertreter zu haben. Auch hier ist die dritte Grundregel ein starker Sporn, um Einigkeit zu erlangen. Die praktische Anwendung lehrt uns jedoch, daß, wenn eine Abordnung ohne Macht, doch voll Vertrauen ist, das Finden einer passenden Person kein Grund für unangenehme Gefühle ist und meistens mühelos vonstatten geht. Sub.4 21. Die vierte Grundstellung besagt, daß, wenn Übereinstimmung erreicht wird, die Absprache in Kraft tritt und bindend ist für alle, die sie gemacht haben, auch im Falle eines Kollektivs höherer Ordnung für diejenigen, die die Gruppe als Vertrauenspersonen abgeordnet haben. Es besteht die Gefahr in der Tatsache, daß sich alle auch an die Absprachen halten müssen, die durch die Vertrauensperson in so einem höheren Kollektiv gemacht worden sind, an denen man nur indirekt Einfluß bei der Wahl gehabt hat. Diese Gefahr besteht zweifellos bei allen gestaffelten Wahlen, insbesondere bei den parlamentarischen Systemen. Man befürwortet denn auch immer das direkte wählen des man in the street der Zentrale, die besetzt ist mit größter Macht bekleideter Funktionären. Demgegenüber steht die Tatsache, daß solche Wahlen bei den meisten auf sehr oberflächliche Grundschläge beruht, während, wie oben angewiesen wurde, leicht allerlei Faktoren mitspielen. Auf der anderen Seite entsteht ein wesentlich anderer Zustand, wenn sowie es bei der Soziokration der Fall ist lediglich Absprachen gemacht werden, mit denen alle einverstanden sind. 22. Die Erfahrung hat gelernt, daß eine Gruppe, die auf diese Weise arbeiten will, eine bestimmte Größenordnung haben muß. Eine zu kleine Gruppe würde leicht subjektive Fragen anführen. Die Gruppe muß eine bestimmte Anzahl Mitglieder haben, wenn das persönliche Element weniger schwerwiegend sein soll, im Vergleich zu den objektiven Forderungen der Probleme, die in der ganzheitlichen Gruppe leben. Wenn die Gruppe zu groß ist, wird diese schwieriger zu hantieren sein: es wird lästig sein, die Ruhe zu bewahren; zuviele wollen Gedanken über ein Thema äußern. Kurz gesagt, das Ganze wird schwer und unhandelbar. Bei Besprechungen über größere Richtlinien und allgemeine prinzipielle Themen ist eine Gruppe von ungefähr 40 Personen anzubefehlen. Geht es um die Ausarbeitung von Absprachen der Körperschaft, dann ist eine tägliche Aufsicht oder Kommission notwendig. Eine Gruppe von drei bis fünf, höchstens sieben Personen wäre am besten. 23. Die Arbeit von so einer täglichen Aufsicht oder Kommission ist eigenlich nichts neues. Wenn wir die zahllosen Kommissionen und Verwaltungen untersuchen könnten, würden wir ungezweifelt merken, daß dort, wo es am besten läuft, nahezu nicht gewählt wird. Sie arbeiten schon auf Basis von Übereinstimmung. Wenn in derartigen kleinen Kollektiven gewählt werden muß, bedeutet das oftmals, daß die Stimmung nicht gut ist. Merkwürdig in diesem Verband ist es, daß schon jetzt in vielen wichtigen Räten das Erzielen von Übereinstimmung nicht nur Brauch, ja, selbst erforderlich geworden ist. Interessante Vorbilder sind ab und zu bekannt geworden. In dieser Beziehung ist es bemerkenswert, daß in dem Pakt des Völkerbundes eine Übereinstimmung erhoben wurde. Daß dies scheiterte, sollte kein Wunder sein, denn soziokratische Ordnung kann nur nach und nach und von unten an erlangt werden, und nicht von oben auferlegt werden. 24. Außerordentlich wichtig bei der Ausführung der soziokratischen Ordnung durch Besprechung von ungefähr 40 Personen ist natürlich die Leitung. Es ist tatsächlich wahr, daß von dem Leiter bei so einer Besprechung sehr viel abhängt. Oftmals ist es selbst so, daß, wenn niemand eine Besprechung gut leiten kann, nicht nur wenig sinnvolle Arbeit verrichtet wird, sondern daß auch kaum eine Übereinstimmung erreicht werden kann. Es geht hier wirklich um eine bestimmte Technik, die angelernt werden muß, will man gute Resultate erreichen. Dies ist eine der wichtigsten Einzelheiten der Erziehung zur Soziokration, über die später mehr gesagt werden wird. DIE NEUE GEMEINSCHAFT 25. Die Frage ist nun, wie die soziokratische Arbeitsweise im regulieren Gemeinschaftsleben unseres Landes angewendet werden kann. Erst müßte eine Art Umkreisbesprechung von vierzig Familienvertretern zustande kommen. Alleinstehende sollten selber kommen; die Familien werden durch eine Person, meist Vater oder Mutter, vertreten. Diese Nachbarschaftsbesprechung vereinigt Leute, die dicht beiander in der Nähe wohnen, und die darum am leichtesten zusammen kommen, um die Belange der Umgebung zu besprechen. In den Städten kennen Nachbarn einander kaum oder garnicht. Es wäre nützlich, wenn wir durch die Nachbarschaftsbesprechung mehr oder weniger gezwungen werden, uns für die Mitmenschen in nächster Umgebung zu interessieren. Auf dem Lande wohnen Nachbarn oftmals weiter von einander entfernt, trotz dessen ist der Gemeinschaftssinn dort meistens besser wie in den Städten. Bei einer Nachbarschaftsbesprechungsollten circa 150 Personen, inklusiv Kinder, anwesend sein. Jede solche Besprechung, in der es gelingt, übereinstimmend einen Vertreter zu finden, wäre dann eine Basis für eine Bezirksbesprechung von circa 6000 Personen. 26. Im allgemeinen könnte man behaupten, daß, je größer das Gebiet ist, über die die Besprechung dirigiert, je weniger frequent die Besprechung zusammen kommen wird: Nachbarn nehmen, wenn nötig, selber Kontakt miteinander auf. Bezirksorganisatoren sollten ein oder zweimal im Monat zusammen kommen. Die Vertreter von circa 40 Bezirken formen eine Distriktsbesprechung, die über durchschnittlich 240.000 Personen regelend auftreten. Amsterdam würde zum Beispiel eine vierzählige Distriktsbesprechung formen, für Utrecht mit seinen umliegenden Dörfern wäre eine wahrscheinlich ausreichend. All unsere 9 Miljonen Einwohner könnten ungefähr 40 Distrikte umfassen. In der Landbesprechung werden also die Belange aller 40 Distrikte durch die Distriktsvertreter angeführt, angenommen, daß jeder Bezirk eine Vertrauensperson hat anweisen können. Wir werden uns an den Gedanken gewöhnen müssen, daß ein Abgeordneter im wesentlichen das vollste Vertrauen der ganzen Gruppe hat. Wir sind so daran gewöhnt, an einen Abgeordneten zu denken, der durch die Mehrheit als Vertreter angestellt worden ist, auch wenn eine Minderheit kein Vertrauen in ihn oder sie hat. Es ist eine wesentliche Voraussetzung für die soziokratische Arbeitsweise, daß Vertrauenspersonen auch wirklich das vollste Vertrauen aller Mitglieder besitzen. Nur dann ist es möglich, flott und zweckmäßig zu handeln. 27. Wie groß das Bedürfnis nach ebensolchen allgemein-vertrauten lokalen Führungskräften ist, haben wir oftmals wahrgenommen. Wenn wir von Korruption und Mißständen auf allerlei Gebieten hörten, fragten wir uns, wie würde es sein, wenn wir Vertrauenspersonen hätten, denen wir derartige Angelegenheiten vorlegen könnten. Wenn es Vertrauenspersonen gäbe, die allgemeine Prestige besäßen, ja, selbst durch Alle spontan und ganz natürlich gehorsam sein würden, wenn ein Notzustand dies verlangen würde. 28. Gerade dort, wo die ganze soziokratische Ordnung auf Vertrauen beruht, ist es keine Hürde, wenn neben den soeben genannten Vertretern mit ihrer Nachbarschafts-, Bezirks-, Distrikts- und Landesregierung, die wir die geographische Vertretung nennen, ein zweites System von Vertretern gebildet wird, nämlich die funktionelle Vertretung. Wir wollen das Wort Kooperation lieber nicht gebrauchen, da es einen unangenehmen Klang für uns bekommen hat durch seine Assoziation mit all den Schrecken der letzten Jahre; doch der Gedanke an eine funktionelle Vertretung gefällt mir ganz gut. Übrigens stammt dieser Gedanke nicht vom National-Sozialismus, er wurde schon viel eher in ganz anderen Kreisen propagiert. Auch die verschiedenen Industrien und Berufe müssen mit einer systematischen Vertretung Abgeordneter teilnehmen an primären, sekundären, und wenn nötig, tertiären Besprechungen, und die Vertrauenspersonen der verschiedenen Kreise von Arbeitern auf allen Gebieten müßen stets verfügbar sein, um ihre fachkundigen Empfehlungen an die Regierung zu geben, neben den Ratschlägen der soeben genannten Abgeordneten. 29. Ich gebrauchte das Wort Regierung. Ich habe nicht die Absicht, einen Plan zu machen, nach dem ein soziokratischer Weg gefolgt wird. Ich sehe es nämlich so, daß wir ausgehen müssen von der wirklichen Situation, sowie sie nun ist. Es gibt eine Regierung, die die Macht hat und die diese Macht ausführt, um von oben herab so gut wie möglich die Ordnung zu bewahren. Diese Regelung von oben ist also als erstes da. Sie ist immer als Erste da. Immer hat jemand oder hat eine Gruppe die Macht in Händen, und nur, wenn die zentrale Macht es will, daß von unten an ein demokratisches Institut geformt wird, und die Art und Weise davon, die zentrale Macht die Veränderung beurteilt oder/und zuläßt. Wie ich bereits in einem kurzem Stück erwähnte, können wir dankbar sein, daß die Regierung, die jetzt an der Macht ist, den ausgesprochenen Wunsch hat, wieder zu einer wesentlichen Demokratie zu kommen, in dem Sinne, daß die Stimme des Volkes wieder gehört werden soll; daß wir Einzelpersonen also Mitverantwortlichkeit tragen sollen in der Ordnung des Gemeinschaftsleben. Kurz gesagt, daß die Freiheit wieder eintritt. Darum hat es wenig Sinn, um nun zu verkündigen, wie eine Regierung geformt werden sollte. Wir müssen von der Situation ausgehen, wie sie nun ist, und das Einzige, was möglich sein wird, ist, daß mit voller Einstimmung der Regierung ein Beginn gemacht werden kann mit soziokratischer Arbeit, ganz von unten an, also vorläufig nur durch die Bildung von Nachbarschaftsbesprechungen. Wir Menschen müssen einfach leben, unsere gemeinsamen Belange miteinander besprechen, und würdevoll nach Übereinstimmung streben, und dies kann am besten in solchen lokalen Besprechungen. Erst nachdem wir gesehen haben, wie verzwickt dies ist, und nach häufigen Irrtümern und Fehlschlüssen in der Ausführung dieser Kunst, sollen auch Bezirksbesprechungen eingeführt werden. Die Empfehlungen der Leiter solcher Besprechungen könnten schon bei der herkömlichen Einrichtung der Gemeindeverwaltung von großem Wert sein. Ebenso sollte dies später in zunehmendem Maße bei den Bezirksvertretern der Fall sein. 30. Die soziokratische Arbeitsweise wird sich selbst beweisen müssen durch ihre Zweckmäßigkeit. Wenn der Staat genügend Vertrauen hat, um die Ausführung von Umkreisbesprechungen möglich zu machen, ja vielleicht sogar zu fördern, wird das System seine vielen Möglichkeiten zeigen und wird das Vertrauen sowohl beim Staat als auch bei den Bürgern zunehmen. Ich kann mir so vorstellen, daß den Vertrauten der Besprechungen, zu einem bestimmten Zeitpunkt Teilnahme an Gemeindeversammlungen zugelassen wird. Diese Männer und Frauen sollten jedoch nicht an Stimmabgaben teilnehmen, da die Soziokration nicht an derartige Wahlen glaubt, doch wird ihnen gestattet, einen zentralen Platz zwischen den linken und rechten Parteien einzunehmen. Natürlich wäre es nach einiger Zeit wünschenswert, wenn man sie in vorliegenden Fällen um Rat fragen würden, wenn diese in den vorigen Umkreisbesprechungen bereits erwägt worden sind, weil doch in solchen Besprechungen nach für alle befriedigende Lösungen gesucht wurde. Auch ist es denkbar, daß, wenn das Vertrauen im Laufe der Zeit immer mehr zunimmt, die Ausführung bestimmter Angelegenheiten der Besprechungen übertragen werden, und daß ihnen dafür die nötigen Gelder gegeben werden. Nur dann, wenn nach und nach das Vertrauen in das neue System überall wächst, könnte die Einführung über größere Gebiete ausgebreitet werden. Nur die Besprechungen, in denen es gelingt, eine Vertrauensperson an zu weisen, sollten also in den parlamentär-demokratischen Ausschüssen gehört werden können. Dort, wo der Geist nicht gut war, bleibt man solange unvertreten. Auf diese Weise schalten sie sich selber aus, und sollten sich demnach den Anweisungen anderer fügen müssen. 31. Fragt man, ob das Beiwohnen von Besprechungen verpflichtet werden soll, dann antworte ich, daß das nicht nötig und auch nicht erstrebenswert ist. Man soll vonselber kommen, wenn man weiß, daß man sich an die Absprachen, die gemacht worden sind, zu halten hat. Nur die gleichgültigen werden wegbleiben, und die können ruhig wegbleiben! 32. Findet man eine Entwicklung in diesem Sinne fantastisch? Dann sollte man bedenken, daß die Einrichtung der Gemeinschaftsordnung, sowie wir sie bisher gekannt haben, jedenfalls in gewissem Sinne, zu einer unglückseligen Katastrophe der heutigen Zeit geführt hat. Wir sollten mit Sicherheit auf eine wesentlich andere Basis bauen müssen, wenn der Zustand wirklich verbessert werden soll. Bei der Erwägung einer Möglichkeit für eine Ordnung auf soziokratischem Grundschlag steht auf jeden Fall folgendes fest, und zwar, daß so etwas gänzlich undenkbar ist, wenn es nicht zusammengeht mit, und getragen wird durch eine bewusste Erziehung zur soziokratischen Zusammenarbeit von Jung und Alt. Hierüber wollen wir denn nun auch noch nachdenken. 33. Zum Schluss wollen wir noch eben zurückkommen auf das System der Vertreter durch Abgeordnete. Unsere Aufmerksamkeit ging in erster Linie aus nach einer Regierung im eigenen Land. Das große Problem der Gemeinschaftsordnung wird jedoch niemals auf nationaler Basis gelöst werden können. Wohl kann es einer Landesregierung, informiert durch die geographische und funktionelle Vertretung, gelingen, eine gute Regelung zu schaffen und zu unterhalten, sodaß Ordnung und Ruhe, Wohlfahrt und Glück, möglich sind. Es sollte jedoch deutlich sein, daß es viele Probleme geben wird, die nicht innerhalb der nationalen Grenzen, gelöst werden können. Jedes Land, ist, wie wir wissen, abhängig von den Grundstoffen und Produkten, die durch andere Länder geliefert werden müssen. Somit ist es unvermeidlich, daß das System der Abgeordneten und Vertreter über den ganzen Kontinent ausgebreitet werden muß. Eine Kontinentsbesprechung muß dann die Angelegenheiten der betreffenden Erdteile regeln. Die gegenwärtige Technik in Bezug auf Kommunikation, Transport und Organisation kann hierbei sehr behilflich sein. 34. Letzten Endes muß ebenso eine Weltbesprechung die Vertreter der Kontinente vereinigen, um auf diese Weise zu einer vernünftigen Verteilung der für die ganze Menschheit zur Verfügung stehenden Grundstoffe und Produkte, zu kommen. Solange alles durch Angst und Mißtrauen beherrscht wird, ist dieses große Weltproblem selbstverständlich unauflösbar. Wenn das Vertrauen zunimmt und die Angst verschwindet, kann das Problem jedoch proportionell zurückgebracht werden, daß selbst ein Kind es lösen könnte. Alles hängt ab von dem bahnbrechendem Geist unter den Menschen. Möge es so kommen, daß sich nach langen Ewigkeiten von Angst, Mißtrauen und Haß, stets mehr ein Geist von Versöhnung und gegenseitiges Vertrauen verbreiten möge. Ich glaube, daß die bewusste Übung der Kunst von soziokratischer Ordnung en derselben Erziehung dazu, die sichersten Wege sind, welche die Menschheit dichter bei einer angemessenen Regelung der Weltprobleme bringt. Vernunftgemäßige Ordnung der Menschengemeinschaft Bilthoven, 5 M ai 1945, Kees BoekeWe are so accustomed to majority rule as a necessary part of democracy that it is difficult to imagine any democratic system working without it. It is true that it is better to count heads than to break them, and democracy, even as it is today, has much to recommend it as compared with former practices. But the party system has proved very far from providing the ideal democracy of peoples dreams. Its weaknesses have become clear enough: endless debates in Parliament, mass meetings in which the most primitive passions are aroused, the overruling by the majority of all independent views, capricious and unreliable election results, government action rendered inefficient by the minoritys persistent opposition. Strange abuses also creep in. Not only can a party obtain votes by deplorably underhand methods, but, as we all know, a dictator can win an election with an "astonishing" majority by intimidation. The fact is that we have taken the present system for granted for so long that many people do not realise that the party system and majority rule are not an essential part of democracy. If we really wish to see the whole population united, like a big family, in which the members care for each others welfare as much as for their own, we must set aside the quantitative principle of the right of the greatest number and find another way of organising ourselves. This solution must be really democratic in the sense that it must enable each one of us to share in organising the community. But this kind of democracy will not depend on power, not even the power of the majority. It will have to be a real community-democracy, an organisation of the community by the community itself. For this concept I shall use the word "sociocracy". Such a concept would be of little value if it had never been tried out in practice. But its validity has been successfully demonstrated over the years. Anyone who knows England or America will have heard of the Quakers, the Society of Friends. They have had much influence in these countries and are well-known for their practical social work. For more than three hundred years the Quakers have used a method of self-government that rejects majority voting, group action being possible only when unanimity has been reached. I too have found by trying out this method in my school that it really does work, provided there is a recognition that the interests of others are as real and as important as ones own. If we start with this fundamental idea, a spirit of goodwill is engendered which can bind together people from all levels of society and with the most varied points of view. This, my school, with its three to four hundred members, has clearly shown. As a result of these two experiences I have come to believe that it should be possible some day for people to govern themselves in this way in a much wider field. Many will be highly sceptical about this possibility. They are so accustomed to a social order in which decisions are made by the majority or by a single person, that they do not realise that, if a group provides its own leadership and everyone knows that only when common agreement is reached can any action be taken, quite a different atmosphere is created from that arising from majority rule. These are two examples of sociocracy in practice; let us hope that its principles may be applied on a national, and finally an international scale. Before describing how the system could be made to work, we must first see what the problem really is. We want a group of persons to establish a common arrangement of their affairs which all will respect and obey. There will be no executive committee chosen by the majority, having the power to command the individual. The group itself must reach a decision and enter into an agreement on the understanding that every individual in the group will act on this decision and honour this agreement. I have called this the self-discipline of the group. It can be compared to the self-discipline of the individual who has learnt to set certain demands for himself which he obeys. There are three fundamental rules underlying the system. The first is that the interests of all members must be considered, the individual bowing to the interests of the whole. Secondly, solutions must be sought which everyone can accept: otherwise no action can be taken. Thirdly, all members must be ready to act according to these decisions when unanimously made. The spirit which underlies the first rule is really nothing else but concern for ones neighbour, and where this exists, where there is sympathy for other peoples interests, where love is, there will be a spirit in which real harmony is possible. The second point must be considered in more detail. If a group in any particular instance is unable to decide upon a plan of action acceptable to every member, it is condemned to inactivity; it can do nothing. This may happen even today where the majority is so small that efficient action is not possible. But in the case of sociocracy there is a way out, since such a situation stimulates its members to seek for a solution, that everyone can accept, perhaps ending in a new proposal, which had not occurred to anyone before. While under the party system disagreement accentuates the differences and the division becomes sharper than ever, under a sociocratic system, so long as it is realised that agreement must be reached, it activates a common search that brings the whole group nearer together. Something must be added here. If no agreement is possible, this usually means that the present situation must continue for the time being. It might seem that in this way conservatism and reaction would reign, and no progress would be possible. But experience has shown that the contrary is true. The mutual trust that is accepted as the basis of a sociocratic society leads inevitably to progress, and this is noticeably greater when all go forward together with something everyone has agreed to. Again it is clear that there will have to be "higher-level" meetings of chosen representatives, and if a group is to be represented in such a meeting, it will have to be by someone in whom everyone has confidence. If this does not prove possible, then the group will not be represented at all in the higher-level meeting, and its interests will have to be cared for by the representatives of other groups. But experience has shown that where representation is not a question of power but of trust, the choice of a suitable person can be made fairly easily and without unpleasantness. The third principle means that when agreement is reached the decision is binding on all who have made it. This also holds of the higher-level meeting for all who have sent representatives to it. There is a danger in the fact that each must keep decisions made in a meeting over which he has only an indirect influence. This danger is common to all such decisions, not least in the party system. But it is much less dangerous where the representatives are chosen by common consent and are therefore much more likely to be trusted. A group that works in this way should be of particular size. It must be big enough for personal matters to give way to an objective approach to the subject under discussion, but small enough not to be unwieldy, so that the quiet atmosphere needed can be secured. For meetings concerned with general aims and methods a group of about forty has been found the most suitable. But when detailed decisions have to be made, a small committee will be needed of three to six persons or so. This kind of committee is not new. If we could have a look at the countless committees in existence, we should probably find that those which are doing the best work do so without voting. They decide on a basis of common consent. If a vote were to be taken in such a small group, it would usually mean that the atmosphere is wrong. Of special importance in exercising sociocratic government is the leadership. Without a proper leader unanimity cannot easily be reached. This concerns a certain technique which has to be learnt. Here Quaker experience is of the greatest value. Let me describe a Quaker business meeting. The group comes together in silence. In front sits the Clerk, the leader of the meeting. Beside him sits the Assistant Clerk; who writes down what is agreed upon. The Clerk reads out each subject in turn, after which all members present, men and women, old and young, may speak to the subject. They address themselves to the meeting and not to a chairman, each one making a contribution to the developing train of thought. It is the Clerks duty, when he thinks the right moment has come, to read aloud a draft minute reflecting the feeling of the meeting. It is a difficult job, and it needs much experience and tact to formulate the sense of the meeting in a way that is acceptable to all. It often happens that the Clerk feels the need for a time of quiet. Then the whole gathering will remain silent for a while, and often out of the silence will come a new thought, a reconciling solution, acceptable to everyone. It may seem unbelievable to many that a meeting of up to a thousand people can be held in this way. And yet I have been present at a Yearly Meeting of the Quakers in London, held during war-time (the first world war), at which the much vexed problem of the Quaker attitude to war was discussed in such a manner, no vote being taken. So I believe that if we once set ourselves the task of learning this method of co-operation, beginning with very simple matters, we shall be able to learn this art and acquire a tradition which will make possible the handling of more difficult questions. This has been confirmed by my experience at Bilthoven in building up the school which I called the Childrens Community Workshop. Very early on I suggested that we should talk over how we should organise our community life. At first the children objected, saying they wanted me to take the decisions for them. But I insisted, and the idea of the Talkover", or weekly meeting, was accepted. Later I suggested that one of the children help me with the leadership of the meeting; and from that time on it has become an institution, led by the children, which we should not like to lose. When I began to hold these talkovers, I was aware that I was using the procedure of the Quaker business meeting, and I saw in the distance, as it were, the great problem of the government of humanity. It was also curious to discover whether the art of living together, understood as obeying the rule we had all agreed upon, would be simple enough to be learnt by children. An experience of some 20 years bas shown me that it certainly is. But something more is necessary before this method can be applied to adult society. When we are concerned, not with a group of a few hundred people, but with thousands, even millions, whose lives we wish to organise in this way, we must accept the principle of some sort of representation. There will have to be higher level meetings, and these will have to deal with matters concerning a wider area. Higher-level meetings will also have to send representatives to another higher body, which will be responsible for a still wider area, and so on. After my hopes for the success of school meetings had been confirmed by practice, I was very curious to know if a meeting of representatives would work also in the school. One day when the number of children had grown too large for one general meeting at which all could be present, I suggested the setting up of a meeting of representatives. At first the children did not like the idea; children are conservative. But, as often happens, six months later they suggested the same plan themselves, and since then this institution has become a regular part of the life of the school. Of course such meetings, if ever they are to be used by adults for the organisation of society as a whole, will have a very different character from those of our childrens community. But how in practice could such methods be introduced? First of all, a Neighbourhood Meeting, made up of perhaps forty families, might be set up in a particular district, uniting those who live near enough to one another. so that they could easily meet. In a town it very often happens that people do not even know their neighbours, and it will be an advantage if they are forced to take an interest in those who live close by. The Neighbourhood Meeting might embrace about 150 people, including children. About 40 of these Neighbourhood Meetings might send representatives to a Ward Meeting, acting for something like 6000 people. In general it will be true to say that the wider the area the Meeting governs the less often it will need to meet. The representatives of about 40 Ward Meetings could come together in a District Meeting, acting for about 240,000 people. In approximately 40 or 50 District Meetings the whole population of a small country might be covered. To a Central Meeting the interests of all the Districts would be brought by their representatives. It is an essential condition that representatives have the confidence of the whole group: if they have that, business can usually be carried on quickly and effectively. As the whole sociocratic method depends on trust, there will be no disadvantage if, alongside the geographical representation of Neighbourhood, Ward, District and Central Meetings, a second set of functional groupings be established. It seems reasonable that all industries and professions send representatives to primary, secondary and, where necessary, tertiary meetings, and that the trusted representatives of the "workers" in every field should be available to give their professional advice to the government. I have here used the word "government". It is not my intention to put forward a plan according to which the government itself could one day be formed on sociocratic lines. We must start from the present situation, and the only possibility is that, with the governments consent, we make a beginning of the sociocratic method from the bottom upwards; that is, for the present, with the formation of Neighbourhood groups. We, ordinary people, must just learn to talk over our common interests and to reach agreement after quiet consideration, and this can be done best in the place where we live. Only after we have seen how difficult this is, and after, most probably, making many mistakes, will it be possible to set up meetings on a higher level. If leaders should emerge in the Neighbourhood Meetings, their advice would gradually be seen to be useful in the existing Local Councils. Later, in the same way, the advice of leaders of Ward Meetings would be of increasing value. The sociocratic method must recommend itself by the efficiency with which it works. When the governing power has learnt to trust it enough so as to allow, perhaps even to encourage, the setting up of Neighbourhood Meetings, the system will be able to show what possibilities it has, and then the confidence of the governing bodies and of people at large will have a chance to grow. I can well believe that trusted leaders and representatives of Neighbourhood Meetings may be allowed, or even invited, to attend Local Meetings. These men and women will of course take no part in the voting, for sociocracy does not believe in voting; but they might be allowed a place in the centre between the "left" and the "right". After a time it may even be deemed desirable to ask them for advice about the matter in hand, since it would previously have been discussed in their Neighbourhood Meetings, and a solution sought acceptable to all. It is conceivable that, as confidence grows, certain matters might be handed over to the Neighbourhood Meetings with the necessary funds to carry them out. Only when the value of the new system is realised, could the higher-level meetings be begun. Is such a development as this a fantasy? When we consider the possible success of government on the sociocratic principle, one thing is certain; it is unthinkable unless it is accompanied and supported by the conscious education of old and young in the sociocratic method. The right kind of education is essential, and here a revolution is needed in our schools. Only latterly have attempts been made in them to further the spontaneous development of the child and encourage his initiative. Partly because the stated aim of the school is to impart knowledge and skills, and partly because people regard obedience as a virtue in itself, children have been trained to obey. We are only beginning to realise the dangers of this practice. If children are not taught to judge for themselves, they will in later life become an easy prey for the dictator. But if we really want to prepare youth to think and act for themselves, we must alter our attitude to education. The children should not be sitting passively in rows, while the schoolmaster drills a lesson into their heads. They should be able to develop freely in childrens communities, guided and helped by those who are older acting as their comrades. Initiative should be fostered in every possible way. They should learn from the beginning to do things for themselves, and to make things necessary in their school life. But above all they should learn how to run their own community in some such way as has already been described. Finally we must return to the question of representation. We have not gone further than the government of our own country. But the great problem of the government of mankind can never be solved on a national basis. Every country is dependent for raw materials and products on other countries. It is therefore inevitable that the system of representation should be extended over a whole continent and representatives of continents join in a World Meeting to govern and order the whole world. Our technical skill in the fields of transport and organisation make something of this kind possible. Finally a World Meeting should invite representatives of all the continents to arrange a reasonable distribution of all raw materials and products, making them available for all mankind. So long as we are ruled by fear and distrust, it is impossible to solve the problems of the world. The more trust grows and the more fear diminishes, the more the problem will shrink. Everything depends on a new spirit breaking through among men. May it be that, after the many centuries of fear, suspicion and hate, more and more a spirit of reconciliation and mutual trust will spread abroad. The constant practice of the art of sociocracy and of the education necessary for it seem to be the best way in which to further this spirit, upon which the real solution of all world problems depends. From Beatrice C. Boeke Published with permission of Mrs B.C.Boeke HOME | The Great Learning | Sociocracy | Last revising: 03/24/08 |